Naturerlebnisse im Allgäu

Naturerlebnisse im Allgäu

Eigentlich kann man das gesamte Allgäu mit Alpen, Voralpen und Ostallgäuer Seenland als ein einziges riesiges Naturerlebnis betrachten. Einige besonders schöne Schluchten, Wasserfälle und Seen wollen wir dir genauer beschreiben.

Breitachklamm

Die Breitachklamm bei Oberstdorf ist mit 150 Metern die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas und gehört sicherlich auch zu den schönsten. Eiszeitgletscher und Erosion durch den Gebirgsbach schnitten diese Naturschönheit in den mächtigen Felsen. Zwischen den steilen Felswänden führt ein begehbarer Steg hindurch.

Breitachklamm
Simon_Dannhauer/Shutterstock.com

In der Nähe findest du übrigens die Kesselbachfälle. Unmittelbar im Anschluss an die Klamm befindet sich das zehn Meter breite und sechs Meter hohe Felsentor Judenkirche, welches zum Naturdenkmal erklärt wurde. Der 2,5 Kilometer lange Wanderweg durch die Breitachklamm wird jährlich von etwa 300.000 Wanderern besucht.

Pöllatschlucht

Bei einem Besuch von Neuschwanstein solltest du dir auf jeden Fall Zeit nehmen, die Pöllatschlucht zu durchqueren. Die kurze Wanderung am Fluss entlang ist gut gesichert und familienfreundlich. Sie ist oft recht gut besucht. Besonders an Fotospots wie der Marienbrücke, kann man dafür immer wieder schöne Blicke auf die Königsschlösser erhaschen.

Eistobelschlucht

Der Eistobel ist eine bis etwa 50 Meter tiefe Schlucht zwischen Isny und Oberstaufen, gebildet vor etwa 15.000 Jahren durch einen Abfluss eines Schmelzwassersees aus der Eiszeit. Der Fluss Oberer Argen rauscht zwischen steilen Felswänden über das harte Nagelfluhgestein und bildet einige Wasserfälle und bis zu fünf Meter tiefe Strudeltöpfe (weswegen Schwimmen hier lebensgefährlich wäre). Im klaren kalten Wasser tummeln sich Bachforellen. Auch die Wasseramsel taucht hier nach Nahrung. Hin und wieder staut sich der Bach, so dass du dich während der Wanderung durch das schöne Naturschutzgebiet immer wieder erfrischen kannst. Der Wanderweg ist im Sommer auch wunderbar für Kinder geeignet.

Auch Winterwanderungen sind in der Eistobelschlucht sehr schön, wenn sich Stalaktiten und Stalagmiten aus Eis formen.

Skywalk Allgäu

Neue Perspektiven auf die Natur der Voralpen bietet der Skywalk Allgäu. Zwischen den Baumwipfeln windet sich hier ein 540 Meter langer Metallsteg, der gut gesichert und per Aufzug erreichbar ist, so dass er auch im Rollstuhl und mit Kinderwagen zurückgelegt werden kann. Die Touristenattraktion liegt bei Scheidegg.

Seen im Allgäu

Gleich mehrere der schönsten Seen im Allgäu liegen rund um Füssen verteilt, also im Ostallgäu. Der mit Abstand größte von ihnen ist der Forggensee, dessen Ufer auch den nördlichen Stadtrand Füssens markiert. Mit etwa zwölf mal drei Kilometern in den Ausmaßen und einer Fläche von 15,2 Quadratkilometern ist der Forggensee Bayerns viertgrößter See. Der vom Lech gespeiste Stausee ist nicht nur aufgrund seines traumhaften Anblicks äußerst beliebt, sondern auch für seine Wassersportmöglichkeiten hoch geschätzt.

Forggensee
dirkr/Shutterstock.com

Ebenfalls nördlich von Füssen liegt der Hopfensee in einem Landschaftsschutzgebiet. Tier- und Pflanzenwelt des Hopfensees zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Artenvielfalt aus. Zum Beispiel sind hier zahlreiche seltene Wasservögel zu beobachten.

In der Eiszeit prägte der Ostallgäuer Lechgletscher die schöne Form des Weißensees westlich von Füssen. Sein Fischreichtum (Seeforellen, Karpfen, Hechte, Schleien, Zander, Saiblinge und viele weitere Fischarten) bringt Angler zum Jauchzen. Auch zahlreiche Wasservogelarten sind hier zu erspähen. Der Weißensee ist bis zu 25 Meter tief. Seine Breite von etwa 600 Metern ergibt mit 2,4 Kilometern Länge eine Gesamtfläche von etwa 1,35 Quadratkilometern.

Genau wie der Weißensee liegt auch der deutlich kleinere Alatsee westlich von Füssen (etwa sechs Kilometer außerhalb der Stadt) auf einer Höhe von 842 Metern. Während seine Schönheit vor Wald- und Bergkulisse unbestreitbar ist, ist sein Spitzname zumindest hinsichtlich touristischer Attraktivität eher zweifelhaft: Der blutende See. Eine rötliche Purpur-Schwefelbakterien-Schicht in etwa 15 Metern Tiefe verleiht dem Alatsee nämlich bisweilen einen Rotton.

Unweit östlich des Forggensees liegt der Bannwaldsee, von Schwangau aus gesehen im Nordosten. Der Schwansee liegt etwas weiter südlich zwischen Füssen und Hohenschwangau. Noch etwas weiter südlich liegt der Alpsee.

Letztgenannter See ist nicht zu verwechseln mit dem Großen Alpsee bei Immenstadt, der also ein ganzes Stück weiter westlich im Oberallgäu zu finden ist. Es handelt sich um den größten allgäuischen Natursee. Er ist etwa 3,3 Kilometer lang mit einer Wasserfläche von etwa 2,4 Quadratkilometern.

Ebenfalls malerisch ist der Grüntensee am Fuße des gleichnamigen Berges bei Wertach.

Wasserfälle im Allgäu

Die Scheidegger Wasserfälle im Westallgäu zählen zu Bayerns schönsten Geotopen. Den zweistufigen Wasserfall kannst du nach kurzem Spaziergang über zahlreiche Treppen betrachten. Achtung, rutschig! Insbesondere unter der Woche und abends ist an diesem Allgäu-Highlight nicht viel los. Am Eingang der Anlage befindet sich ein kleiner Streichelzoo für die Kleinen. Von Scheidegg aus sind die Wasserfälle gut zu Fuß zu erreichen.

Etwa 1.800 Meter oberhalb der Scheidegger Wasserfälle findest du die unbekannteren, aber ebenfalls sehr schönen Hasenreuter Fälle.

Ebenfalls im Westallgäu, bei Oberstaufen, liegt der Buchenegger Wasserfall. Dicht an der österreichischen Grenze befinden sich die deutlich unbekannteren Eibele Wasserfälle sowie der Krebswasserfall.

Am Lechfall bei Füssen stürzt sich der Fluss zwölf Meter tief eine gewinkelte Treppe aus fünf Stufen hinab, die die Eiszeit vor über 12.000 Jahren in den Dolomit- und Kalkstein gemeißelt hat. In derselben Region sind die Kenzfälle im Lobental zu finden. Zu Füßen von Neuschwanstein unterhalb der Marienbrücke lässt sich Gebirgswasser in die Pöllatschlucht fallen.

Weitere schöne Wasserstürze liegen in der Höllschlucht, im Oytal (Stuibenfall) oder der Reichenbachklamm bei Pfronten.

Der Hinanger Wasserfall bei Sonthofen ist ein Geheimtipp, der in kaum einem Reiseführer erwähnt und entsprechend wenig besucht ist. Er ist auch mit kleineren Kindern nach kurzer Rundwanderung (zum Beispiel von der Hinanger Kapelle aus) bequem erreichbar.

Bewegung in der Natur

Die zahlreichen Wanderwege sind wahrscheinlich die schönste Art die traumhafte Allgäuer Natur zu entdecken. Vielerorts bieten sich herrliche Panoramablicke, wie der vom Aussichtsturm auf dem Schwarzen Grat auf dem Bergrücken der 1.118 Meter hohen Adelegg. Gleiches gilt für Klettertouren, Wasseraktivitäten oder Wintersport. In den jeweiligen Abschnitten beschreiben wir dir noch zahlreiche weitere wunderschöne Gebiete, in denen du die Natur genießen kannst.

Zur Allgäu-Übersichtsseite

Weitere Allgäu-Highlights